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Niyamas - das Verhalten gegenüber uns selbst

Wir sind beim zweiten Schritt des Yogaweges. Die Niyamas. Während uns die Yamas aufzeigen, wie wir uns gegenüber der Aussenwelt verhalten sollen, zeigen die Niyamas wie wir uns gegenüber uns selbst verhalten sollen.

Die Niyamas sind wie die Yamas in fünf Teilschritte unterteilt:

  1. Saucha – Reinheit

  2. Santosha – Zufriedenheit

  3. Tapas – Stetiges Bemühen, Eifer

  4. Svadhyaya – Selbstreflexion, Erforschung des Selbst

  5. Ishvara Pranidhana – Vertrauen in eine höhere Kraft

Saucha

Saucha bedeutet so viel wie Reinheit oder auch Selbstreinigung. Diese Reinheit oder auch Reinigung ist sowohl auf den Körper, den Geist, das Verhalten als auch das Zuhause oder den Arbeitsplatz anwendbar.

Saucha versucht uns zu zeigen, dass wir durch die Selbstreinigung viel leichter sind und mehr Helligkeit und Klarheit in unser Wesen bringen können. Du hast sicher auch schon gemerkt, wie gut es tut, wieder mal den Kleiderschrank aufzuräumen, Ordnung in das Chaos zu bringen. Durch etwas mehr Ordnung im Kleiderschrank oder am Arbeitsplatz bringt es manchmal auch mehr Klarheit in den Gedanken. Saucha soll uns auch zeigen, dass wir die Reinheit in jedem Moment suchen und den Moment auch so lassen. Nicht wie wir uns den Moment wünschen oder wie wir denken, dass er sein sollte oder erwartet wird.


Santosha

Santosha heisst so viel wie Zufriedenheit, Fröhlichkeit oder auch Dankbarkeit. Dabei wird bei allen Übersetzungen klar, dass die Zufriedenheit ein Geisteszustand ist, der von innen heraus entsteht. Eine Dankbarkeit für das was wir haben und es damit genug sein zu lassen (Trökes, Anna. Die kleine Yoga-Philosophie: Grundlagen und Übungspraxis verstehen). Wichtig bei der Dankbarkeit ist, dass es in erster Linie ein Gefühl ist, dieses Gefühl aber für eine umfassende Erfahrung auch trainiert werden muss. Täglich praktiziert, hat Dankbarkeit sowohl Einfluss auf unsere physische, mentale und emotionale Gesundheit. Studien zeigen Einfluss auf einen besseren Schlaf, höhere Kreativität und tieferes Aggressionspotential.


Tapas

Tapas bedeutet das innere Glühen. Es kann tatsächlich mit Hitze übersetzt werden. Also eine Art im Feuer der Disziplin "kochen", um uns in etwas Anderes und Stärkeres zu verwandeln. Eine Entschlossenheit unseren Charakter jeden Tag stärker werden zu lassen. Tapas verändert uns und macht es möglich, dass wir den täglichen Herausforderungen standhalten. Dafür braucht es aber die geforderte Disziplin. Können wir durch all die Schwierigkeiten, durch das Feuer, um am Ende als etwas Neues vielleicht auch Besseres herauszukommen?


Svadhyaya

Svadhyaya steht übersetzt für Selbststudium. Es geht darum, das Höchste in uns zu erkennen und die Boxen zu verstehen in welchen wir verpackt sind. Durch das Analysieren der Boxen, in welchen wir verpackt sind, können wir ein grosses Mass an Freiheit erreichen, dass uns näher zu unserem Wesen bringt. Das Analysieren soll dabei möglichst neutral und unvoreingenommen stattfinden.


Ishvara Pranidhana

Ishvara Pranidhana dürfte wohl mit dem Mächtigen übersetzt werden. Es geht um die Erfahrung der höchsten Kraft in unserem Innern, die Kraft die grösser als wir selbst ist und sich um uns kümmert. Eine Yoga Pose in welcher wir diese Hingabe üben können, ist Shavasana. In der "Totenstellung" liegen wir auf dem Rücken, unsere Beine und Arme etwas von unserem Körper abgeneigt. Dabei üben wir uns in der totalen Entspannung, jede Anstrengung loszulassen und zu vertrauen, dass unser Atem uns wieder neu zusammensetzt. Wir tauchen in unser grösseres Sein ein und schliessen uns an unserem Wissen an. Dies mit einem reinen und klaren Bewusstsein. "Dabei stellen wir fest, dass wir uns nicht selbst verlieren, sondern stattdessen Teil der Grösse selbst werden." (Adele, Deborah. The Yamas & Niyamas (S.144)).


Ich hoffe, ich konnte euch die Niyamas etwas näher bringen. Denkt daran, seit nicht nur Lieb zu euren Mitmenschen und -tieren, sondern auch zu euch selbst.


Herzlich Fabienne

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